diakonline Julian Gillesberger
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Wir alle bluten ROT

08.03.2026
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Wir alle bluten ROT Eigentlich ist der Weltfrauentag die Aufforderung, den Fokus radikal dorthin zu lenken, wo das Menschsein immer noch behindert wird. Es geht um das ganz natürliche Recht, schlichtweg zu existieren, laut zu denken, zu sprechen und geliebt zu werden. Ich wünsche mir eine Freiheit, die eigentlich niemals erst erkämpft werden müsste – ein Leben, in dem man sich weder in einer Debatte klein macht noch beim Blick in den Spiegel den Bauch einziehen muss, nur um einer Norm zu entsprechen. Es ist die Sehnsucht nach einer Welt, in der es egal ist, welches Geschlecht man hat. Wenn sich die Sichtweise auf das Leben ändern würde, wenn das Geschlecht einmal keine Rolle mehr spielen würde, wird klar, wie tief die Wunden in unserem Miteinander eigentlich sitzen. Diese Sehnsucht nach echter Gleichwertigkeit prallt jedoch fast überall auf eine zerstörerische Wand: die narzisstische Überheblichkeit, mit der fast ausschließlich Männer die Welt in Brand setzen. Wenn wir heute auf die Krisenherde blicken, sehen wir Kriege und Konflikte, die aus einem Hunger nach Dominanz und dem Erhalt verkrusteter Strukturen entstehen. Es ist ein fatales Muster, bei dem das männliche Ego wichtiger genommen wird als das Leben selbst, während jene, die am wenigsten dafür können, den höchsten Preis für diesen Machtwahn zahlen. Dieses Machtgehabe beginnt oft schon viel subtiler, in der Art, wie wir Männer Frauen ansehen – ein Blick, der oft nicht dem Menschen gilt, sondern nur dem Körper, nicht der Seele, sondern nur der eigenen Begehren. Diese sexualisierte Sicht reduziert die Frau zur bloßen Beute, zu einem Objekt des Besitzens oder Konsumierens. In diesem Augenblick wird ihr das Menschsein abgesprochen; sie wird herabgewürdigt zu einem Mittel zum Zweck, das nur noch dazu dient, das eigene Ego zu spiegeln oder die eigene Lust zu stillen. Aus genau dieser tief sitzenden Missachtung heraus wächst am Ende jenes giftige gesellschaftliche Klima, das den Populismus salonfähig macht. Er ist das Werkzeug, das diese individuelle Verblendung ins Große übersetzt, indem er uns die Angst vor dem Verlust von Privilegien als Schutz der Identität verkauft, während er in Wahrheit nur den sozialen Frieden opfert. Dabei ist Freiheit niemals eine Schande und schon gar kein Angriff auf irgendjemanden. Wer andere kleinhalten muss, um sich selbst groß zu fühlen, hat das Prinzip Menschsein nicht verstanden. Für mich gibt es deshalb nur eine Konsequenz: alles abzulehnen, was das Menschsein behindert. Das bedeutet, auch religiöse Dogmen und starre Traditionen radikal zu kritisieren, wenn sie dazu genutzt werden, Individuen zu unterdrücken oder zu suggerieren, man bräuchte einen anderen Menschen, nur um eine Daseinsberechtigung zu haben. Wahre Stärke zeigt sich darin, jede Meinung wertzuschätzen, um einander wieder wirklich zu verstehen, statt sich in Vorurteilen zu verbarrikadieren. Es geht darum, das System der Abwertung zu durchbrechen und sich die Welt nach Maßstäben des gegenseitigen Respekts neu zu gestalten. Am Ende bluten wir alle rot. Diese schlichte biologische Tatsache sollte uns demütig machen. Wir entscheiden jeden Tag selbst, ob wir Neid und Gehässigkeit Raum geben oder ob wir eine Haltung wählen, die den Wert jedes Individuums über das eigene Ego stellt. Die Lösung liegt nicht im Festhalten an alter Macht, sondern in einer Empathie, die erkennt, dass wir nur in wirklicher Freiheit gemeinsam Frieden finden können. #WirAlleBlutenRot #Weltfrauentag #Haltung #Menschsein #Zivilcourage #Empathie #rot #ForAllWomenAndGirls #IWD2026 #ForAllWomenAndGirls Bild KI generiert
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