diakonlineJulian Gillesberger
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Facebook · 22.10.2026

GEDANKEN: Glaubwürdig werden.

Der Vatikan macht sich Gedanken über die Weitergabe des Glaubens. Was ist mit der Verantwortung der Kirche für Vertrauensverlust, Missbrauch und die Stellung der Frauen?

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GEDANKEN: Glaubwürdig werden.

Der Vatikan macht sich Gedanken über die Weitergabe des Glaubens. Im Schreiben „Venite ad me" steht vieles, dem ich zustimme: zuhören, Nähe zeigen, den Glauben im eigenen Leben sichtbar machen.

Aber wie ehrlich schauen wir dabei auf uns als Kirche selbst? Säkularisierung, Individualismus und Digitalisierung werden ausführlich beschrieben. Mir fehlt eine ebenso deutliche Auseinandersetzung mit der Verantwortung der Kirche für den Verlust von Vertrauen.

Menschen haben Missbrauch erlebt. Verantwortliche haben weggeschaut, vertuscht und die Institution geschützt. Wer über Glaubensweitergabe nachdenkt, muss auch fragen: Was haben wir Menschen angetan? Welche Strukturen haben das ermöglicht? Und was ändern wir daraus konkret? Vertrauen wächst dort, wo Verantwortung übernommen wird und Betroffene erleben, dass ihre Geschichte Konsequenzen hat.

Auch bei den Frauen bleibt für mich eine Frage offen. Das Schreiben möchte ihre Mitwirkung an Leitung erweitern. Das begrüße ich. Aber warum entscheiden wir weiterhin nach Geschlecht darüber, welche Aufgaben einem Menschen grundsätzlich offenstehen? Wir sprechen von Begabungen und vom Wirken des Geistes. Dann müssen wir diese Begabungen auch ernst nehmen. Frauen tragen längst Verantwortung. Ihre Gleichwertigkeit muss sich in tatsächlichen Entscheidungsbefugnissen und Zugangsmöglichkeiten zeigen.

Und bevor wir Menschen vorhalten, sie seien zu sehr auf ihr eigenes Ich bezogen: Wie bereit sind wir selbst, Macht abzugeben?

Ich glaube, Glaubwürdigkeit beginnt mit solchen Fragen. Eine einfache Sprache hilft. Sie muss aber mit einem ehrlichen Umgang verbunden sein. Können wir Fehler eingestehen? Kritik annehmen? Einen Menschen verstehen wollen, auch wenn er unsere Sicht nicht teilt?

Ich möchte meinen Glauben so leben, dass sich ein Mensch bei mir gesehen fühlt. Dass ich zuhöre, ohne schon sein Leben einzuordnen. Dass meine Hilfe auch dann bleibt, wenn daraus keine Nähe zur Kirche entsteht. Daran muss auch ich mich messen lassen.

Das Schreiben spricht selbst von gelebtem Zeugnis. Nehmen wir es beim Wort. Auch dort, wo es unsere Regeln, unsere Macht und unsere Bereitschaft zur Veränderung betrifft.
Facebook · 07.10.2026

AN DIE FPÖ LINZ: DER KINDERGARTEN ENTSCHEIDET. NICHT IHR.

Ein Kindergarten entscheidet, wie er seine Feste gestaltet. Wer damit nicht einverstanden ist, darf nachfragen und Kritik üben. Einen politischen Kulturkampf daraus zu machen und dafür Weihnachten, den heiligen Nikolaus und „unsere christlichen Werte“ zu instrumentalisieren, ist purer Populismus.

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AN DIE FPÖ LINZ: DER KINDERGARTEN ENTSCHEIDET. NICHT IHR.

Liebe FPÖ Linz, ein Kindergarten entscheidet, wie er seine Feste gestaltet. Wer damit nicht einverstanden ist, darf selbstverständlich nachfragen und Kritik üben.

Was ihr daraus macht, ist etwas anderes. Ihr macht daraus einen politischen Kulturkampf und instrumentalisiert dafür Weihnachten, den heiligen Nikolaus und „unsere christlichen Werte“.

Das ist purer Populismus.

Denn über die pädagogische Arbeit entscheidet immer noch der Kindergarten. Nicht die FPÖ.

Und wenn ihr schon von christlichen Werten redet, dann beschäftigt euch bitte auch damit, wovon ihr sprecht.

Der heilige Nikolaus steht für Teilen. Für den Blick auf Menschen in Not. Für Barmherzigkeit. Weihnachten erzählt von einem Gott, der als Kind zur Welt kommt. Arm. Schutzlos. Ohne Platz in der Herberge. Jesus hat Grenzen überschritten und Menschen zusammengebracht, die andere voneinander fernhalten wollten.

Das sind christliche Werte.

Sie zeigen sich im Umgang mit Menschen. In Nächstenliebe. In Barmherzigkeit. Im Respekt vor der Würde jedes Menschen.

Wer diese Werte für sich beansprucht, muss sich auch an ihnen messen lassen.

Also kritisiert die Entscheidung des Kindergartens. Aber hört auf, dafür unseren Glauben vor euren politischen Karren zu spannen.

Der heilige Nikolaus taugt nicht für euren Kulturkampf. Seine Botschaft geht in eine völlig andere Richtung.

#ChristlicheWerte #Nikolaus #Weihnachten #Nächstenliebe #Menschlichkeit #Linz #Kindergarten #Glaube #Populismus
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Facebook · 14.09.2026

SCHULBEGINN IN MAUTHAUSEN: VERSCHIEDEN. UND GERADE DESHALB GEMEINSAM.

SCHULBEGINN IN MAUTHAUSEN: VERSCHIEDEN. UND GERADE DESHALB GEMEINSAM. Heute haben wir mit den 2., 3. und 4. Klassen der Volksschule Mauthausen gemeinsam den Beginn des neuen Schuljahres in der Kirche gefeiert. Mit unserer neuen katholischen Religionslehrerin Martina Ringo – herzlich willkommen in Mauthausen! – und dem islamisch …

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SCHULBEGINN IN MAUTHAUSEN: VERSCHIEDEN. UND GERADE DESHALB GEMEINSAM.

Heute haben wir mit den 2., 3. und 4. Klassen der Volksschule Mauthausen gemeinsam den Beginn des neuen Schuljahres in der Kirche gefeiert. Mit unserer neuen katholischen Religionslehrerin Martina Ringo – herzlich willkommen in Mauthausen! – und dem islamischen Religionslehrer Eyup Güran.

Im Mittelpunkt stand ein ganz einfacher Gedanke: Wie gut, dass wir nicht alle gleich sind.

Wir sehen unterschiedlich aus. Wir können unterschiedliche Dinge gut. Wir denken verschieden. Wir glauben unterschiedlich. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – können wir eine Gemeinschaft sein.

Am Ende habe ich die Kinder gefragt: „Wisst ihr eigentlich, welche Sprache Jesus gesprochen hat?“

Eine Antwort war: „Biblisch!“ 😄
Das hat mir besonders gut gefallen. Eine andere Antwort war Hebräisch.

Jesus sprach vor allem Aramäisch. Und dann habe ich den Kindern erzählt, dass das aramäische Wort für Gott „Alaha“ lautet und eng mit dem arabischen „Allah“ verwandt ist.

Und etwas ist mir dabei besonders wichtig: Auch arabischsprachige Christ:innen sagen zu Gott „Allah“. Allah ist also kein anderer Gott. Es ist schlicht das arabische Wort für Gott.

Plötzlich merkt man: Manches, von dem wir glauben, dass es uns trennt, liegt viel näher beieinander, als wir denken.

Deshalb habe ich auch unseren Segen etwas verändert und ganz bewusst einmal Gott und einmal Allah gesagt:

Gott segne euch in eurer Verschiedenheit und in allem, was euch verbindet.

Allah segne eure Augen, damit ihr seht, wenn jemand euch braucht.

Gott segne eure Ohren, damit ihr einander wirklich zuhört.

Allah segne eure Hände, damit ihr helft, tröstet und miteinander teilt.

Gott segne eure Füße, damit ihr gute Wege geht und niemanden zurücklasst.

Allah segne euer Herz, damit darin Platz ist für Freundschaft, Mut und Freude.

Vielleicht brauchen wir genau solche Erfahrungen. Eine Kirche, in der Verschiedenheit Platz hat. Eine Schule, in der niemand ausgegrenzt wird. Menschen, die nicht ständig danach suchen, was sie trennt, sondern neugierig werden aufeinander.

Verschieden zu sein ist kein Problem.

Es kann ein Geschenk sein.

Ich wünsche allen Kindern, Eltern und Lehrer:innen in Mauthausen ein gutes Schuljahr. Mit offenen Augen, offenen Ohren und einem weiten Herzen.

#Mauthausen #Schulbeginn #VolksschuleMauthausen #Gemeinsam #Interreligiös #Vielfalt #Respekt #Frieden #allah #PfarrgemeindeMauthausen

Fotocredit: Adelheid Rumetshofer (Altarbild Mauthausen 2014)
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Facebook · 12.09.2026

NICHT KREUZE ZÄHLEN. MENSCHEN SEHEN.

NICHT KREUZE ZÄHLEN. MENSCHEN SEHEN. 117 Kreuze fehlen in Welser Klassenzimmern. Sie werden gezählt, nachbestellt und wieder aufgehängt. Und ich frage mich: Haben wir damit wirklich etwas für das Christentum getan? Ich bin Christ und Diakon. Das Kreuz gehört zu meinem Glauben. Gerade deshalb stört es mich, wenn es politisch v …

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NICHT KREUZE ZÄHLEN. MENSCHEN SEHEN.

117 Kreuze fehlen in Welser Klassenzimmern. Sie werden gezählt, nachbestellt und wieder aufgehängt.

Und ich frage mich: Haben wir damit wirklich etwas für das Christentum getan?

Ich bin Christ und Diakon. Das Kreuz gehört zu meinem Glauben. Gerade deshalb stört es mich, wenn es politisch vereinnahmt und zum Symbol für „unsere Heimat“ gemacht wird.

Denn das Kreuz ist viel mehr.

Am Kreuz hängt kein Sieger. Da hängt ein Mensch. Verwundet. Ausgeliefert. Von den Mächtigen seiner Zeit beseitigt. Für mich sagt dieses Kreuz: Gott steht dort, wo Menschen leiden. Wo jemand ausgegrenzt wird. Wo jemand keine Stimme hat. Wo jemand unter die Räder kommt.

Deshalb fragt mich das Kreuz nicht zuerst: Hängt eines an der Wand?

Es fragt: Wie gehen wir miteinander um? Wie behandeln wir das Kind, das nicht mithalten kann? Wie begegnen wir Menschen, die anders glauben? Wie reden wir über Fremde? Wie gehen wir mit Armen, Schwachen und Ausgegrenzten um?

Ein Kreuz aufzuhängen ist leicht. Nächstenliebe ist schwieriger. Barmherzigkeit auch. Menschenwürde für alle ebenso.

Das Evangelium ist kein Dekor. Und das Kreuz ist kein Heimatlogo.

Natürlich kann und darf ein Kreuz in einem Klassenzimmer hängen. Aber dann sollten wir auch darüber reden, wofür es steht. Für einen Jesus, der Grenzen überschritten hat. Der sich zu den Ausgegrenzten gesetzt hat. Der Menschen nicht nach Herkunft, Religion oder gesellschaftlichem Ansehen sortiert hat.

Vielleicht wäre genau das die spannendere Frage für Schulen: Was bedeutet dieses Kreuz für unser Zusammenleben?

Wenn die Antwort nur lautet: „Das gehört zu uns“, dann ist mir das zu wenig.

Christentum ist keine Folklore.

Glaube beginnt dort, wo das Kreuz von der Wand in unser Leben rutscht. Wo aus einem Symbol eine Haltung wird. Wo wir nicht Kreuze zählen, sondern Menschen sehen.

Darum halte ich solche groß angekündigten Kreuz-Zählaktionen für Symbolpolitik. Sie schaffen Aufmerksamkeit. Aber christlicher wird eine Gesellschaft dadurch noch lange nicht.

Vielleicht sollten wir weniger darüber streiten, ob das Kreuz hängt, und viel öfter darüber reden, was es von uns verlangt.

Nicht Kreuze zählen.

Menschen sehen.

#Kreuz #Christentum #ChristlicheWerte #Menschenwürde #Nächstenliebe #Wels #Glaube #Kirche #Zusammenleben #FPÖ #Rabl
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Facebook · 30.08.2026

Es gibt Nachrichten, die man liest und einfach nicht verstehen kann.

Es gibt Nachrichten, die man liest und einfach nicht verstehen kann. Christa war für mich über viele Jahre ein vertrauter Mensch und eine gute Freundin. Wir haben viel miteinander gearbeitet, viele gute Gespräche geführt, gelacht und uns auch gegenseitig gefragt, wie es dem anderen wirklich geht. Ihre Tür war immer offen. Viel …

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Es gibt Nachrichten, die man liest und einfach nicht verstehen kann.

Christa war für mich über viele Jahre ein vertrauter Mensch und eine gute Freundin. Wir haben viel miteinander gearbeitet, viele gute Gespräche geführt, gelacht und uns auch gegenseitig gefragt, wie es dem anderen wirklich geht. Ihre Tür war immer offen.

Viele gute Erinnerungen bleiben. Viele Gespräche. Viele kleine Momente, die einem jetzt wieder einfallen.

Und trotzdem bleibt diese eine Frage: Warum?

Es gibt Dinge, die man nicht verstehen muss. Vielleicht kann man sie auch gar nicht verstehen.

Christa, du wirst fehlen. Sehr.

Und trotzdem geht das Leben weiter. Muss es ja. Aber manches bleibt. Die Erinnerungen, die Gespräche, das Lachen. Und dafür bin ich dankbar.

https://www.nachrichten.at/kultur/grosse-trauer-bei-den-st-florianer-saengerknaben-geschaeftsfuehrerin-christa-steinkellner-ist-tot;art16,4206967#kommentarArt__outer
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Facebook · 29.08.2026

NEUE WEGE. NEUE AUFGABEN.

NEUE WEGE. NEUE AUFGABEN. Vor genau einem Jahr habe ich hier über einen neuen Abschnitt auf meinem Weg geschrieben. Ein Jahr später kann ich sagen: Es war ein gutes Jahr. Ich bin gut angekommen, habe viel gelernt, viele Menschen kennengelernt und gemerkt, dass dieser Weg für mich passt. Und schon wieder gibt es Neuigkeiten. A …

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NEUE WEGE. NEUE AUFGABEN.

Vor genau einem Jahr habe ich hier über einen neuen Abschnitt auf meinem Weg geschrieben. Ein Jahr später kann ich sagen: Es war ein gutes Jahr. Ich bin gut angekommen, habe viel gelernt, viele Menschen kennengelernt und gemerkt, dass dieser Weg für mich passt.

Und schon wieder gibt es Neuigkeiten.

Ab 1. September 2026 bin ich zusätzlich zu meiner Arbeit im Fachbereich Ehrenamt und Pfarrgemeinde als Seelsorger in der Pfarrgemeinde Mauthausen tätig. Dort werde ich Teil eines wunderbaren Seelsorgeteams sein und als hauptamtliche Ansprechperson gemeinsam mit vielen Engagierten vor Ort arbeiten. Genau das gefällt mir: Seelsorge ist für mich keine One-Man-Show. Sie lebt von unterschiedlichen Menschen, Erfahrungen, Begabungen und davon, dass Verantwortung gemeinsam getragen wird.

Eine spannende neue Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Und auch die Verbindung zu St. Florian bleibt bestehen. Eigentlich schön, wenn Wege weiterführen und dabei manches Vertraute mitnehmen.

Wo führt mich mein Weg noch hin? Keine Ahnung. Und vielleicht muss man das auch gar nicht immer wissen.

Ich weiß aber ziemlich genau, was ich auf diesem Weg mitnehmen möchte: mehr Empathie. Mehr Humor. Mehr Gelassenheit. Mehr echtes Zuhören. Wir könnten davon in unserer Gesellschaft einiges brauchen.

Und gleichzeitig braucht es Haltung.

Haltung gegen Populismus. Der hat der Menschheit noch nie etwas Gutes gebracht. Haltung gegen jede Form von Fundamentalismus – auch und gerade dort, wo Religion und Kirche meinen, die Wahrheit gepachtet zu haben. Haltung dort, wo Menschen ausgegrenzt, abgewertet oder gegeneinander ausgespielt werden.

Und für absolute Gleichberechtigung. No na net.

Ich glaube, Kirche und Gesellschaft brauchen Menschen, die zuhören können und trotzdem nicht schweigen. Die Brücken bauen und trotzdem Haltung zeigen. Die lachen können, ohne alles lächerlich zu machen. Und die wissen, dass kein Mensch weniger wert ist als ein anderer.

Also geht mein Weg weiter. Mit Neugier, Freude und einer ordentlichen Portion Gelassenheit.

Schauen wir, wohin er führt.

#NeueWege #NeueAufgaben #Seelsorge #Seelsorgeteam #Mauthausen #Empathie #Gelassenheit #kirche #Gleichberechtigung #diözeselinz
Originalbild zum Facebook-Beitrag vom 2026-08-27
Facebook · 27.08.2026

Der Österreich-Pavillon auf der diesjährigen Biennale in Venedig hat mich tief beeindruckt.

Der Österreich-Pavillon auf der diesjährigen Biennale in Venedig hat mich tief beeindruckt. Florentina Holzinger zeigt Wasser als Lebensgrundlage und gleichzeitig als Bedrohung. Körper, Ausscheidung, Reinigung, Verschmutzung und Konsum werden miteinander verbunden und das in einer Stadt, die ohne Wasser nicht existieren könnte …

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Der Österreich-Pavillon auf der diesjährigen Biennale in Venedig hat mich tief beeindruckt.

Florentina Holzinger zeigt Wasser als Lebensgrundlage und gleichzeitig als Bedrohung.
Körper, Ausscheidung, Reinigung, Verschmutzung und Konsum werden miteinander verbunden und das in einer Stadt, die ohne Wasser nicht existieren könnte und gleichzeitig erlebt, wie verletzlich dieses Gleichgewicht geworden ist.

Nach der Hitze und der Dürre, die wir heuer selbst spüren konnten, kann niemand mehr ernsthaft behaupten, die Klimakrise sei irgendein Problem einer fernen Zukunft.
Sie ist längst Teil unseres Alltags.

Der ganze Österreich Pavillon ist eine Alarmglocke.
Er zwingt uns zum Hinschauen auf unseren Umgang mit Ressourcen.
Auf unsere Bequemlichkeit.
Auf unsere Angst vor Veränderung.
Auf die Sehnsucht danach, dass alles so bleiben soll, wie es "immer" war.

Dieser österreichische Beitrag zur Biennale zwingt uns hinzuschauen – auf die Klimakrise, Verschwendung, Verdrängung und auf eine Gesellschaft, die unbequeme Wahrheiten immer öfter lieber lächerlich macht als endlich mit Veränderung zu beginnen.

Ich habe noch die vielen Wortmeldungen und Reaktionen im Ohr, als bekannt wurde, welchen Beitrag Österreich zu der diesjährigen Kunstbiennale schicken würde.
Nacktheit, Skandal, Steuergeldverschwendung, keine Kunst.
Wer diesen Pavillon darauf reduziert, hat wenig verstanden oder will nichts verstehen!

Wir haben ein ECHTES Problem in unserem Land, nicht erst seit dem diesjährigen Biennale- Beitrag.

Es ist diese rechtskonservative Haltung in unserer Gesellschaft, die alles verächtlich macht, was nicht ins eigene enge Weltbild passt.
Kunst wird verhöhnt, wissenschaftliche Erkenntnisse werden grundsätzlich in Frage gestellt, Medien werden pauschal verdächtigt und Minderheiten werden zu Sündenböcken gemacht.
Aus Angst wird Politik gemacht.

In diesem Zusammenhang muss ich heute ganz klar die FPÖ benennen.

Wer Menschen gegeneinander ausspielt, wer ständig Misstrauen gegenüber Wissenschaft, Medien, Kunst und demokratischen Institutionen sät und wer aus gesellschaftlicher Veränderung permanent Bedrohung macht, der steht nicht einfach für eine andere politische Meinung.
Da geht es längst um die Frage, wie viel Freiheit, Vielfalt und Widerspruch unsere Demokratie aushalten muss.

Demokratie darf sich schützen, sie muss sich sogar schützen, wenn Freiheit, Vielfalt und Menschenwürde Schritt für Schritt ausgehöhlt werden.

Geschichte beginnt nicht erst dort, wo schon alles verloren ist, sie beginnt viel früher, mit einer verachtenden Sprache, mit dem Lächerlichmachen von Menschen, mit dem Einteilen in jene, die dazugehören und jene, die angeblich stören.

Genau deshalb gilt für mich heute mehr denn je: Wehret den Anfängen.

Dieser Österreich Pavillon ist mehr als Kunst! Wer hineinschaut, sollte endlich auch hinschauen.

#BiennaleArte2026 #Venedig #ÖsterreichPavillon #FlorentinaHolzinger #SEAWORLDVENICE #KunstDarfStören #Klimakrise #DemokratieVerteidigen #WehretDenAnfängen #GegenRechts #Menschenwürde #Freiheit #Vielfalt #HaltungZeigen
Facebook · 14.08.2026

Wie weit ist „damals“ wirklich weg?

Wie weit ist „damals“ wirklich weg? Gestern habe ich auf der Grenzlandbühne Leopoldschlag „Der Boxer“ von Felix Mitterer gesehen. Ich war beeindruckt von der schauspielerischen Leistung und bin gleichzeitig mit einem ziemlich unguten Gefühl nach Hause gefahren. Das Stück erzählt, frei nach seinem Schicksal, die Geschichte des …

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Wie weit ist „damals“ wirklich weg?

Gestern habe ich auf der Grenzlandbühne Leopoldschlag „Der Boxer“ von Felix Mitterer gesehen. Ich war beeindruckt von der schauspielerischen Leistung und bin gleichzeitig mit einem ziemlich unguten Gefühl nach Hause gefahren.

Das Stück erzählt, frei nach seinem Schicksal, die Geschichte des Sinto-Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann. Ein hervorragender Boxer, Deutscher Meister im Halbschwergewicht. Doch seine Leistung zählte plötzlich nicht mehr. Er war Sinto und passte damit nicht in das Menschenbild der Nationalsozialisten. Sein Titel wurde ihm aberkannt. Später wurde er verfolgt und im KZ ermordet.

Was mich besonders beschäftigt hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der Menschen auf der Bühne andere Menschen eingeteilt haben. Nach Herkunft. Nach angeblicher „Rasse“. Nach dem Gefühl, selbst mehr wert zu sein als andere.

Heute wissen wir, wohin dieses Denken geführt hat.

Und trotzdem saß ich gestern im Theater und dachte mir mehrmals: Haben wir es wirklich verstanden?

Natürlich leben wir nicht im Jahr 1933. Und trotzdem begegnet mir heute wieder dieses Denken in „die einen“ und „die anderen“. Menschen werden nach ihrer Herkunft beurteilt. Politiker:innen sprechen von „Remigration“. AfD-Politiker:innen gehen durch ein Viertel und fordern Menschen, die sie für Migrant:innen halten, vor laufender Kamera auf, die Straße zu putzen.

Und dann die sozialen Medien.......

Da wird über Flüchtlinge, Ausländer:innen, Muslim:innen und politisch Andersdenkende geschrieben, als wären es keine Menschen mehr. Da wird beleidigt, abgewertet und pauschal verurteilt. Oft mit einer Selbstverständlichkeit, die mich erschreckt.

Vielleicht ist es genau das, was „Der Boxer“ so aktuell macht.

Es beginnt mit dem Blick auf einen Menschen.

Sehe ich zuerst seine Herkunft? Seine Religion? Seine Hautfarbe? Seine politische Meinung?

Oder sehe ich einen Menschen?

Eine Schublade ist schnell gefunden. Und wenn jemand einmal darin steckt, wird das Urteil oft sehr einfach.

Ich glaube, es würde guttun, öfter bei sich selbst anzufangen.

Wie rede ich über Menschen, die anders denken als ich? Wie schnell glaube ich zu wissen, wie „die Ausländer:innen“, „die Flüchtlinge“, „die Muslim:innen“, „die Rechten“ oder „die Linken“ sind? Wie schnell wird aus einem einzelnen Menschen eine ganze Gruppe?

Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Dieser Satz ist nicht verhandelbar!

Menschenwürde hängt nicht vom Pass ab. Nicht von der Hautfarbe. Nicht von der Religion. Nicht davon, wo jemand geboren wurde. Und auch nicht davon, ob mir ein Mensch sympathisch ist oder ob ich seine Meinung teile.

Hass beginnt selten dort, wo er sofort als Hass erkennbar ist.

Er beginnt oft in der Sprache. In einem Witz. In einer abfälligen Bemerkung. In einem herablassenden Blick. In dem Gefühl, selbst ein wenig über einem anderen Menschen zu stehen.

Genau diese Haltung hat mich gestern auf der Bühne erschreckt.

Denn Sprache verändert den Blick. Und der Blick verändert irgendwann auch das Handeln.

Wer meint, solche Entwicklungen seien heute unmöglich, darf ruhig in ein Geschichtsbuch schauen. Oder manchmal einfach in die Kommentarspalten unserer Zeit.

Wer Ideologien unterstützt, die Menschen nach Herkunft einteilen, abwerten und gegeneinander ausspielen, dreht an dieser Spirale mit.

Gleichzeitig möchte ich auch auf mich selbst schauen. Denn auch der Widerstand gegen Hass darf nicht wieder in Hass auf Menschen führen. Eine Ideologie kann ich klar ablehnen und trotzdem die Würde des Menschen achten, der sie vertritt.

Vielleicht hat mich „Der Boxer“ deshalb so getroffen. Weil das Stück keine abgeschlossene Vergangenheit zeigt.

Es stellt eine Frage an die Gegenwart.

Wie schaue ich selbst auf andere Menschen?

#Gedanken #DerBoxer #FelixMitterer #GrenzlandbühneLeopoldschlag #Menschenwürde #MenschBleiben #GegenHass #NieWieder #Zivilcourage #Respekt
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