diakonline Julian Gillesberger
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Wenn Parolen die Arbeit ersetzen

02.05.2026
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Wenn Parolen die Arbeit ersetzen Ich habe mir gestern die verschiedenen Kundgebungen zum 1. Mai angesehen und vor allem: zugehört. Es ist egal, ob die Fahnen rot, blau oder in einer anderen Farbe wehten – was hängen geblieben ist, ist ein bitterer Beigeschmack. Sobald politische Reden populistisch werden und darauf abzielen, andere zu diffamieren, verlieren sie ihren eigentlichen Wert. Es scheint fast so, als wäre der „Tag der Arbeit“ zu einem „Tag der verbalen Abrechnung“ verkommen. Egal aus welcher Richtung die Botschaften kamen, das Muster war oft dasselbe: Es wurde ein „Wir“ gegen ein „Die“ konstruiert. Die Sprache war aggressiv, gehässig und darauf ausgelegt, das Gegenüber klein zu machen, anstatt Lösungen für die komplexen Probleme unserer Zeit anzubieten. Wenn Politiker*innen nur noch brüllen, um die eigene Basis anzuheizen, bleibt der Mensch auf der Strecke. Diffamierung ist kein politisches Programm, sondern ein Armutszeugnis der Argumentation. Die Falle der einfachen Feindbilder Es ist erschreckend, wie schnell komplexe Themen wie Teuerung, soziale Gerechtigkeit oder Migration auf hasserfüllte Slogans reduziert werden. Populismus funktioniert, weil er die Angst der Menschen nutzt und Sündenböcke präsentiert. Doch eine Politik, die auf der Abwertung anderer aufbaut, kann niemals nachhaltigen Frieden oder echten Zusammenhalt schaffen. Wahre politische Größe würde sich darin zeigen, die Würde des Gegners zu achten, auch wenn man in der Sache hart streitet. Für mich ist diese Art der Sprache das Gegenteil von Resonanz. Wer nur noch sendet und andere herabwürdigt, tritt nicht mehr in Beziehung zur Welt, sondern baut sich eine Echokammer aus Vorurteilen. Eine lebendige Demokratie braucht aber das Hinhören und das Ringen um den besten Weg – ohne den Giftzahn der Gehässigkeit. Was bleibt nach dem 1. Mai? Wenn der Lärm der Kundgebungen verflogen ist, bleiben die Probleme der Menschen ja bestehen. Sie lösen sich nicht durch aggressive Parolen in Luft auf. Wir sollten uns fragen: Wollen wir eine politische Kultur, die vom Hass lebt, oder sehnen wir uns nach einer Sprache, die Brücken baut, ohne die Probleme zu beschönigen? Echte Veränderung beginnt dort, wo wir aufhören, den anderen als Feind zu sehen, und anfangen, ihn als Mitmenschen wahrzunehmen. Das gilt für die große Bühne genauso wie für das Gespräch beim Abendessen. Wir sollten die Lautstärke nicht mit Kompetenz verwechseln. Bild: KI generiert #Menschsein #TagDerArbeit #Haltung #Resonanz #Zivilcourage #Demokratie #Respekt #Sprache
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