diakonline Julian Gillesberger
Facebook-Beitrag

Der Österreich-Pavillon auf der diesjährigen Biennale in Venedig hat mich tief beeindruckt.

27.08.2026
Bild zum Beitrag
Der Österreich-Pavillon auf der diesjährigen Biennale in Venedig hat mich tief beeindruckt. Florentina Holzinger zeigt Wasser als Lebensgrundlage und gleichzeitig als Bedrohung. Körper, Ausscheidung, Reinigung, Verschmutzung und Konsum werden miteinander verbunden und das in einer Stadt, die ohne Wasser nicht existieren könnte und gleichzeitig erlebt, wie verletzlich dieses Gleichgewicht geworden ist. Nach der Hitze und der Dürre, die wir heuer selbst spüren konnten, kann niemand mehr ernsthaft behaupten, die Klimakrise sei irgendein Problem einer fernen Zukunft. Sie ist längst Teil unseres Alltags. Der ganze Österreich Pavillon ist eine Alarmglocke. Er zwingt uns zum Hinschauen auf unseren Umgang mit Ressourcen. Auf unsere Bequemlichkeit. Auf unsere Angst vor Veränderung. Auf die Sehnsucht danach, dass alles so bleiben soll, wie es "immer" war. Dieser österreichische Beitrag zur Biennale zwingt uns hinzuschauen – auf die Klimakrise, Verschwendung, Verdrängung und auf eine Gesellschaft, die unbequeme Wahrheiten immer öfter lieber lächerlich macht als endlich mit Veränderung zu beginnen. Ich habe noch die vielen Wortmeldungen und Reaktionen im Ohr, als bekannt wurde, welchen Beitrag Österreich zu der diesjährigen Kunstbiennale schicken würde. Nacktheit, Skandal, Steuergeldverschwendung, keine Kunst. Wer diesen Pavillon darauf reduziert, hat wenig verstanden oder will nichts verstehen! Wir haben ein ECHTES Problem in unserem Land, nicht erst seit dem diesjährigen Biennale- Beitrag. Es ist diese rechtskonservative Haltung in unserer Gesellschaft, die alles verächtlich macht, was nicht ins eigene enge Weltbild passt. Kunst wird verhöhnt, wissenschaftliche Erkenntnisse werden grundsätzlich in Frage gestellt, Medien werden pauschal verdächtigt und Minderheiten werden zu Sündenböcken gemacht. Aus Angst wird Politik gemacht. In diesem Zusammenhang muss ich heute ganz klar die FPÖ benennen. Wer Menschen gegeneinander ausspielt, wer ständig Misstrauen gegenüber Wissenschaft, Medien, Kunst und demokratischen Institutionen sät und wer aus gesellschaftlicher Veränderung permanent Bedrohung macht, der steht nicht einfach für eine andere politische Meinung. Da geht es längst um die Frage, wie viel Freiheit, Vielfalt und Widerspruch unsere Demokratie aushalten muss. Demokratie darf sich schützen, sie muss sich sogar schützen, wenn Freiheit, Vielfalt und Menschenwürde Schritt für Schritt ausgehöhlt werden. Geschichte beginnt nicht erst dort, wo schon alles verloren ist, sie beginnt viel früher, mit einer verachtenden Sprache, mit dem Lächerlichmachen von Menschen, mit dem Einteilen in jene, die dazugehören und jene, die angeblich stören. Genau deshalb gilt für mich heute mehr denn je: Wehret den Anfängen. Dieser Österreich Pavillon ist mehr als Kunst! Wer hineinschaut, sollte endlich auch hinschauen. #BiennaleArte2026 #Venedig #ÖsterreichPavillon #FlorentinaHolzinger #SEAWORLDVENICE #KunstDarfStören #Klimakrise #DemokratieVerteidigen #WehretDenAnfängen #GegenRechts #Menschenwürde #Freiheit #Vielfalt #HaltungZeigen
Originalbeitrag und Diskussion: Auf Facebook ansehen →
← Zur Übersicht · Startseite