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Gedanken#45



(Foto von Hannah Busing auf Unsplash)


Wir

Ich werde oft gefragt: Was ist der Unterschied zwischen einem Priester und einem Diakon?

Manchmal wird auch direkter gefragt: Was darfst du nicht machen, was ein Priester machen darf?


Ich habe mir angewöhnt folgendermaßen zu antworten: Ich definiere mich nicht über das was ich nicht darf sondern ich möchte meine Aufgabe mit Leben erfüllen.


In der Kirche haben wir alle ein großes Problem mit der Hierarchie, also mit der Macht.

Viele Amtsträger haben völlig verlernt, die Macht als ein Werkzeug gegen Gewalt und als Schutz für die Schwächeren einzusetzen.


Wenn es um Ämter, Rollen, Hierarchie und "wer darf was" geht, dann ist es vorbei mit dem "wir", dann zählt nurmehr das ich.


Für mich ist es völlig klar und logisch, dass es nicht am Geschlecht liegen darf ob jemand dieses oder jenes Amt bekleidet.


Für mich gibt es nur Menschen, die ein Charisma oder ein Talent für etwas haben.

Geschlecht spielt da keine Rolle.


Das Spannende daran ist aber, dass es scheinbar nicht um die Talente und Charismen geht, sondern nur darum was darf ich und was darf ich nicht.


Es geht gar nicht um das "Wir" in der Kirche sondern nur ums "Ich", natürlich immer unter dem Deckmantel der Geschwisterlichkeit.


Der Mensch hat, seit dem er in Gruppen zusammen lebt, Hierarchien geschaffen, Ämter verteilt um einerseits Sicherheit zu schaffen und andererseits die verschiedenen Talente richtig einzusetzen.


Wenn wir in Zukunft versuchen den Blick auf das Wesentliche zu fokussieren, nämlich das Gegenüber als gleichwertig und besonders zu sehen und uns darauf konzentrieren welche Talente und Charismen diejenige oder derjenige hat, dann werden wir es schaffen alte Strukturen aufzubrechen.


Wertschätzung beginnt nicht beim "was darf ich" sondern beim "was kann die oder der andere".


Wertschätzung beginnt beim Wir nicht beim Ich.

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